Grosse Plage mit kleinen Mitbewohnern

Wenn Katzen und Hunde sich heftig kratzen, sind meistens Flöhe daran Schuld.

Flöhe gehören zu den flügellosen Insekten und sind rund einen bis acht Millimeter lang. Sie haben einen seitlich abgeflachten und meist braun gefärbten Körper. Diese sogenannten Ektoparasisten halten sich nur vorübergehend zur Nahrungsaufnahme, im Klartext: zum Blutsaugen, im Haarkleid ihres Wirtes auf. Ansonsten sind sie in der Umgebung ihrer Wirte zu finden. Vier Flöhe in einer Wohnung genügen, damit sich in 90 Tagen bis zu 2500 Nachkommen entwickeln.
Sowohl der Hundefloh wie auch der stärker verbreitete Katzenfloh leben nur bedingt auf den Wirtstieren, die ihnen den Namen gegeben haben. Diese Flöhe können sich zwar vom Blut von Hunden und Katzen ernähren, aber auch vom Lebenssaft von Füchsen, Ratten, verschiedenen anderen wildlebenden Säugern und von Menschenblut.

Mehrere hundert Eier

Einen Tag nach der Begattung beginnt das Flohweibchen mit der Eierablage. Pro Tag legt es zehn bis 15 Eier. Nach einigen Tagen hat sich die Eierzahl auf mehrere hundert erhöht. Diese Eier fallen vom Wirt auf den Boden. Nach vier bis 12 Tagen schlüpfen die Larven aus. Diese verpuppen sich und bilden einen sogenannten Kokon. Je nach Umweltbedingungen kann diese Puppenruhe von einigen Tagen bis zu mehreren Monaten dauern. Aus dieser Puppe, dem Kokon, schlüpft dann der Floh aus und sucht sich einen Wirt aus, um mit der Blutmahlzeit zu beginnen.
Damit beginnt das grosse Problem mit den kleinen Mitbewohnern. Der Flohbiss verursacht eine Hautreaktion und einen damit verbundenen Juckreiz. Die befallenen Tiere beginnen sich zu kratzen und zu beissen. Häufig enden diese Kratz- und Beissversuche mit Hautekzemen. Im weiteren kann vom Floh auch eine Bandwurmart übertragen werden. Bei massivstem Flohbefall, und dies noch über einen längeren Zeitraum, kann es gar zu einer Anämie oder Blutarmut kommen. Flohkot auf den Tieren lässt erkenne, dass ein Flohbefall vorhanden ist.
Man findet diesen Flohkot, indem man ein weisses Krepppapier unter das Tier legt und seine Haare durchstrubelt. Tupft man die heruntergefallenen schwarzen Punkte mit einem nassen Wattebausch auf, so bildet sich ein kleiner rotbrauner Kreis um den Flohkot.
Stiche an den Beinen von Menschen sind bei massiven Flohbefällen von Haustieren keine Seltenheit. Flohbissallergien und deren Folgeerscheinungen gehören zum täglichen Arbeitsbild in einer Kleintierpraxis.

Zwei Befallkategorien

Ich unterscheide in meiner Praxis zwei Kategorien eines Flohbefalles:
  • Tiere ohne ersichtlichen Flohbefall und ohne Juckreiz.
    Bei ihnen sollte vorbeugend ein Flohhalsband oder das sogenannte Spot-on-Verfahren angewendet werden. Bei Katzen, die ins Freie gehen, eignet sich das Spot-on-Verfahren bestens. Dabei wird einmal pro Monat eine Flügssigkeit auf den Nacken appliziert.
    Bei dieser Methode ist die Gefahr von Hängenbleiben an Hindernisse wie bei den Halsbändern, gebannt.
    Damit sich Flöhe nicht vermehren, gibt es eine Suspension für Katzen und Tabletten für Hunde ,die einmal pro Monat unters Futter gemischt werden. Sie verhindern, dass aus den Floheiern neue Flöhe schlüpfen können.
  • Tiere mit starken offensichtlichem starkem Flohbefall und Juckreiz .
    Diese Tiere sollten vom Tierarzt behandelt und entwurmt werden.
    Nebst der Behandlung wird der Tierarzt mit Ihnen die notwendigen Massnahmen besprechen, damit auch im Wohnbereich die massive Plage rasch möglichst unter Kontrolle gebracht werden kann. Dazu kommt das tägliche Staubsaugen der Teppiche.
    Dabei muss der Staubsaugersack täglich gewechselt werden, da die Flöhe sonst wieder aus dem Sack entweichen können.

© Heinz Berli