Gefahr im Unterholz

Blutsaugende Zecken sind nicht nur eine Plage für uns Menschen, sonder in noch viel grösserem Ausmass für unsere Haustiere wie Hund und Katze.
Der Appenzellerrüde Arco schnüffelt begeistert im Unterholz am Waldrand. Das macht er am liebsten, wenn er mit seinem Herrchen spazieren geht. Doch sein Besitzer weiss, dass zu dieser Jahreszeit für Arco Gefahr im Unterholz „droht“: Zecken warten dort nur darauf, sich auf ihre Beute zu stürzen. Deshalb trägt Arco ein Halsband, das Zecken abtötet. Und Arcos Besitzer sucht seinen Liebling regelmässig nach den blutsaugenden Plaggeistern ab.
Die im Mitteleuropa am häufigsten vorkommenden Zeckenart ist der s.g. Holzbock (Ixodes ricinus). Erwachsene Zecken haben acht Beine, Larven hingegen nur deren sechs. Beim Blutsaugen verankern die Zecken ihr Maulwerkzeug in der Haut ihres Opfers.
Durch die Abgabe einer gerinnungshemmenden Substanz schaffen sich diese Plaggeister einen kleineren Blutsee, aus dem sie mit ihrem Saugrüssel die Nahrung aufnehmen können. Daher auch die kraterartige Vertiefung, die nach der Entfernung der Zecke in der Haut zurückbleibt.
An den vorderen Beinpaaren besitzen die Zecken ein speziell entwickeltes Sinnesorgan, das ihnen ermöglicht, einen für sie geeigneten Wirt zu erkennen. Beim Hund bei der Katze verursacht der Zeckenbiss meist nur ein lokale Hautschwelllung. Falls der Kopf der Zecke in der Haut zurückbleibt, kann es zu einer Entzündung führen, die tierärztlich versorgt werden muss.

Vorsicht in den Ferien

eine in den Mittelmeerländern vorkommende Zeckenart, kann beim Hund die s.g.

Piroplamsose (Babesiose)

übertragen. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um einen Parasiten, der die roten Blutkörperchen befällt und zerstört. Die an Piroplasmose erkrankten Tiere zeigen in der Folge (2 bis 21 Tage nach dem Befall) Fieber und Fressunlust. Sie verhalten sich dann lustlos und geschwächt.
Wenn Sie mit ihrem Hund in südlichen Ländern wie Spanien, Frankreich oder Italien in den Ferien gewesen sind und ihr Tier nach der Rückkehr erkrankt, sollten Sie ihren Kleintierarzt auf diesen Umstand aufmerksam machen. Mittels Blutuntersuchungen kann die Diagnose gestellt und die dringend notwendige Behandlung eingeleitet werden. Hunde können gegen diese Erkrankung auch geimpft werden.

Die beim Menschen so gefürchtete Erkrankung

Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

, eine Hirnhautentzündung, die durch mit Viren infizierte Zecken beim Biss übertragen wird, spielt bei unseren Haustieren eine nur sehr untergeordnete Rolle. Man schätzt, dass nur jede eintausendste Zecke als Virusträger in Frage kommt. Nur etwa 5 Prozent der Menschen erkranken wirklich an der gefürchteten Hirnhautentzündung. Aber 95 Prozent der Infizierten entwickeln nach zehn bis 20 Tagen grippeartige Symptome.
Nach dem Abklingen der Beschwerden ist die Krankheit vollständig besiegt, und es stellt sich eine hundertprozentige Immunität ein. Hundebesitzer, die häufig mit ihren Tieren in Waldnähe spazieren gehen oder gar in einer gefährdeten Region wohnen, können sich gegen diese Erkrankung impfen lassen.

Die Lyme-Borreliose, die beim Tier und Menschen durch den Zeckebisse übertragen wird
hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Speziell Menschen erkranken immer häufiger an Borreliose und den damit verbundenen vielzähligen Symptomen, wie Gelenkschmerzen, Grippe ähnlichen Symptomen, Nervensystem Erkrankungen etc.
Unter www.zecken.ch können Sie mehr dazu nachlesen.
Auf ihren Spaziergängen sollte auf entsprechende Bekleidung geachtet werden und im Falle eines Zeckenbisses lieber einmal zuviel den Arzt konsultieren, wenn im Anschluss an einen Zeckenbiss Rötungen oder Grippe ähnliche Symptome auftreten.
Auch beim Hund werden immer häufiger Erkrankungen verzeichnet, die selten aber doch
manchmal zu Todesfällen führen können. Die frühzeitige Diagnose und Behandlung mit Antibiotika ist wichtig. Beim Hund ist seit kurzem eine

Impfung

erhältlich. Diese sollte vor der beginnenden Zeckenplage, also am besten im Januar-Februar begonnen werden.
Hunde- und Katzenbesitzer sollten ihre Tiere regelmässig auf Zecken untersuchen. Spezielle Pinzetten ermöglichen es, die Zecke zu entfernen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Kopf nicht in die Wunde zurückbleibt.

Kein voller Schutz

Mit speziellen Floh- und Zeckenspot-on Verfahren oder Sprays kann der Zeckenbefall massiv reduziert werden. All diese chemischen Substanzen verhindern jedoch meist nicht, dass sich die Zecke trotzdem am Tier festbeisst. Aber er stirbt nach kurzer Zeit und fällt ab: Einen hundertprozentigen Zeckenschutz gibt es z.Z. noch nicht.

© Heinz Berli